MRT des Kopfes/Gehirns

Im Rahmen der Ganzkörper-Magnetresonanztomographie werden unter anderem die Gewebe und Strukturen des Kopfes und des Gehirns dargestellt und analysiert. Im Folgenden gehen wir auf Erkrankungen des Kopfes/Gehirns ein, die mit Hilfe der MRT-Bilder sehr gut nachzuweisen sind.

Schlaganfall / Durchblutungsstörungen

Mit Hilfe des MRTs können frische und alte Schlaganfälle/Durchblutungsstörungen sicher erkannt werden. Dabei kann die Diffusionswichtung als modernes Zusatzverfahren eine wichtige Rolle spielen.

Mit diesem modernen Zusatzverfahren lassen sich Gewebeveränderungen in Hirnarealen nachweisen, die nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, wie es bei einem Schlaganfall üblich ist. Dabei können sehr frühe Stadien des Schlaganfalls erkannt und somit sehr früh mit der Therapie begonnen werden, um gravierende Schädigungen des Gehirns verhindern zu können.

Veränderungen des Hirngewebes sind darstellbar und werden bei entsprechendem Befund dem behandelnden Kardiologen oder Neurologen für die weitere Diagnostik und Behandlung zur Verfügung gestellt.

Neben der Darstellung mangelhaft durchbluteter Hirnareale und dem Gefäßstatus lassen sich natürlich auch Einblutungen ins Hirngewebe mit dem MRT nachweisen, wobei aufgrund der hohen Sensitivität des Verfahrens zwischen akuten, älteren und chronischen Einblutungen unterschieden werden kann.

Degenerative Marklagerveränderungen

Bei einer degenerativen Marklagerveränderung handelt es sich um eine krankhafte Veränderung der Nervenfasern im Bereich der zentralen Hirnareale des Groß- und Kleinhirns.

Besondere Risikogruppen, wie Patienten mit Bluthochdruck, Raucher oder Diabetiker können von diesen krankhaften Nervenveränderungen betroffen sein. Diese lassen sich mit der MRT-Bildgebung hervorragend darstellen und eingrenzen.

Tumore

Die Magnetresonanztomographie eignet sich darüber hinaus zur Darstellung der Lage und Ausdehnung von gut- oder bösartigen Hirntumoren. Zur ersten Gruppe zählen unter anderem die Meningeome und Hypophysenadenome.

Meningeome entstehen aufgrund von krankhaften Zellveränderungen in der sogenannten Spinngewebshaut, die unterhalb der harten Hirnhaut liegt und das Gehirn überzieht. Es gibt schnell und langsam wachsende Formen, die auch in die Hirnhaut einwachsen können. Für die Diagnostik wird zusätzlich Kontrastmittel benötigt.

Hypophysenadenome sind gutartige Tumore der Hirnanhangsdrüse, einer zentralen Hormon-Schaltstelle. Aktive Adenome geben Hormone ab, jedoch unkontrolliert. Von daher kann es zu typischen Krankheitssymptomen kommen. Patienten klagen zum Beispiel über Abgespanntheit, Hitzewallungen oder Schmerzen in den Gelenken. Bereits kleine Vorläufer dieser Geschwulste lassen sich im MRT nachweisen, deshalb ist eine bildgebende Diagnostik mit dem MRT in diesem Fall sehr hilfreich, um die Ursache der Beschwerden zu definieren beziehungsweise Frühstadien zu erkennen, bevor Krankheitszeichen entstehen.

Neben der klinischen Untersuchung ist die MRT die Methode der Wahl, um auch bösartige Hirntumore, zum Beispiel Gliome nachzuweisen. Gliome sind krankhafte Geschwulste des weichen Stützgewebes der Nervenzellen. Die aggressiven, bösartigen Formen, z. B.  das Glioblastom, infiltrieren das Hirngewebe mit eventuell fatalen Folgen.

Neben den Hirntumoren können natürlich auch Tochtergeschwulste (Metastasen) von Tumoren aus anderen Körperarealen entdeckt werden. Das Ausmaß der Metastasierung ist für die weitere Behandlung einer tumorösen Erkrankung von besonderer Bedeutung. Die MRT-Bilder tragen hier zu einer gezielt geplanten Diagnostik beziehungsweise Planung der notwendigen Anschluss-Therapie bei.

Ferner hilft die MRT den Onkologen, Aussagen über die Operabilität der gut- oder bösartigen Tumoren zu treffen. Anhand des Ganzkörper-MRTs sind bereits kleine Tumoren / Metastasen darstellbar, wodurch eine frühzeitige, Erfolg versprechende Therapie ermöglicht wird.

Demenzdiagnostik / Hirnatrophie

Verschiedene Demenzformen lassen sich anhand von typischen Kennzeichen mit Hilfe der MRT-Aufnahmen darstellen und bestimmen. Wir können den Schwund der grauen oder weißen Hirnsubstanz diagnostizieren oder auch den generellen Rückgang an Hirngewebe nachweisen (Hirnatrophie).

Darüber hinaus lassen sich kleinste Durchblutungsstörungen der Gefäße (Mikro- oder Makroangiopathie) mit Narbenbildung des Großhirns detektieren.

Auch hier gilt: Die rechtzeitige Diagnostik verhilft zu Therapiemöglichkeiten im Anfangsstadium der Krankheit.

Entzündungen

Entzündliche Prozesse können auch das Hirngewebe betreffen. So zum Beispiel die Multiple Sklerose (MS), bei der das Nervensystem betroffen ist und die Hüllschicht der beteiligten Nervenfasern durch körpereigene Immunzellen (Abwehrzellen) abgebaut wird.

Die Entzündungsprozesse sind im MRT als sogenannte Läsionen oder Plaque deutlich vom gesunden Gewebe abgrenzbar. Akute beziehungsweise aktive Stadien der Erkrankung lassen sich von älteren durch die Gabe von Kontrastmitteln sicher unterscheiden, somit ist auch der Verlauf über Jahre nachvollziehbar.

Zirkulationsstörungen der Hirnflüssigkeit

Das gesunde Gehirngewebe enthält ein bestimmtes Maß an Hirnwasser, dessen Menge durch ein gut aufeinander abgestimmtes System der Produktion und des Abbaus/Abflusses im Gleichgewicht gehalten wird.

Der sogenannte Hydrocephalus (Wasserkopf) zeigt eine Erweiterung der inneren und äußeren Liquorräume aufgrund zu hoher Mengen des Hirnwassers (Liquors). Das Ausmaß des Hydrocephalus lässt sich mit der MRT gut bestimmen.

Ebenfalls erkennbar ist eine Fehlentwicklung des Kleinhirns – die Arnold-Chiari-Malformation. Diagnostisches Mittel der Wahl ist auch hier die MRT.

Anlagebedingte Veränderungen / Anomalien / Hirngewebsnarben

Bei der MRT-Untersuchung des Gehirns können auch zystische Veränderungen der Gewebsstrukturen auffallen: Hierzu zählen beispielsweise die Arachnoidal– und die Pinealiszysten. Erstere werden im Bereich der sogenannten Spinngewebshaut, letztere in der Zirbeldrüse gebildet. Es sind flüssigkeitsgefüllte, gutartige Raumforderungen, die, wenn sie keine Symptome hervorrufen, nicht behandelt werden müssen. Meist werden sie beim MRT als Zufallsbefund entdeckt.

Ins Auge fallen können auch gefäßbedingte Anomalien (Fehlbildungen) des Hirngewebes – „developmental venous anomaly“. Hierbei handelt es sich um Venen, deren Form und Volumen nicht der Regel entsprechen, jedoch zumeist keine Symptome verursachen.

Darüber hinaus können Angiome entdeckt werden: Hierbei handelt es sich um Gefäßmissbildungen der Arterien und Venen des Gehirns, die sich durch Blutungen, epileptische Anfälle oder neurologische Störungen bemerkbar machen können. Diese Fehlbildungen lassen sich beim Ganzkörper-MRT bereits nachweisen, bevor sie symptomatisch werden.

Hirngefäße

Die MRT-Bilder geben uns ebenso Auskunft über eventuelle Vorwölbungen oder Ausbuchtungen von Hirnaterien (Aneurysmen). Die Untersuchung der Gefäße findet unter Gabe von Kontrastmittel statt. Aneurysmen können harmlos sein, aber je größer sie sind, desto größer ist die Gefahr einer Ruptur (eines Zerreißens der Gefäßwand), wodurch es zu einer gefährlichen Hirnblutung kommt. In seltenen Fällen können sie bei deutlicher Größe Nachbarstrukturen tangieren.

Während des Vorsorge-MRTs können wir uns den Zustand der Hirnaterien anschauen und gegebenenfalls eine weitere Diagnostik oder auch Therapie empfehlen.

Durch die Gabe eines Kontrastmittels lässt sich auch die Graduierung von Gefäßengstellen oder Knickbildungen sehr gut darstellen. In diesen Bereichen wird der Blutfluss beschleunigt, was im MRT indirekt zu sehen ist.

Ablagerungen an den Gefäßwänden (Kalk- oder Cholesterinablagerungen – Arteriosklerose), die zur Verengung der Gefäße (Stenose) oder schlimmstenfalls zum Verschluss (Thrombosierung) führen können, lassen sich ebenso sehr gut darstellen.

Wir können beurteilen, wie stark der Blutfluss durch die Plaques behindert wird. Darüber hinaus können wir auch das Schlaganfall-Risiko einschätzen.

Die fachlich korrekte Beurteilung der Gefäßdarstellung will gelernt sein: Die normalen Gefäßverhältnisse mit ihren „Normvarianten“ müssen berücksichtigt werden und exakt von krankhaften Fehlbildungen abgegrenzt werden.

Augen- und Nasennebenhöhlen

Die Anatomie des Auges sowie der Nase mit den dazugehörigen Strukturen lässt sich mit hervorragender Bildqualität im MRT darstellen.

MRT-Diagnostik des Auges

Die Ganzkörper-MRT-Vorsorgeuntersuchung kann dazu beitragen, Frühstadien von gut- oder bösartigen Tumoren der Augenhöhlen zu entdecken. Durch gleichzeitige Gabe von Kontrastmittel kann die Gefäßsituation der Geschwulst dargestellt werden. Die bereits erwähnte Diffusionswichtung hilft dabei, die Gut- oder Bösartigkeit festzustellen.

Falls eine Entzündung des Sehnervs ermittelt wird, kann im Rahmen der MRT der mögliche Zusammenhang zu Multipler Sklerose abgeklärt werden.

MRT-Diagnostik der Nase

Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ist lästig und schmerzhaft. Bei einem chronischen Verlauf kann ein MRT sinnvoll sein, um den möglichen Ursachen näher auf den Grund zu gehen.

Die Ausformung der Nasenscheidewand lässt sich mit den MRT-Bildern ebenfalls sehr gut abbilden. Eine Nasenseptumdeviation (Verkrümmung der Nasenscheidewand) kann dazu führen, dass die Nasenatmung eingeschränkt wird und Sie häufiger als üblich an Infekten der Atemwege erkranken, da die Nase als Luftanwärmer und Luftbefeuchter nicht normal funktioniert.

Septumsporne können den Luftstrom durch die Nase ebenso behindern. Anhand der MRT-Aufnahmen lässt sich beurteilen, ob ein chirurgischer Eingriff diesbezüglich notwendig wird.

Nasenpolypen sind Wucherungen der Nasenschleimhaut und können aufgrund ihrer Raumforderung den Luftstrom behindern. Sie lassen sich im MRT feststellen und eingrenzen. Der behandelnde HNO-Arzt kann für die weitere Diagnostik und Therapie die gewonnenen Bilder zugrunde legen.

Wie auch bei den Augenhöhlen lassen sich gut- oder bösartige Tumore der Nasennebenhöhlen auf den MRT-Bildern erkennen. Die Vorsorgeuntersuchung gibt uns und Ihnen die Möglichkeit, frühzeitig Gewebeveränderungen in den Nasennebenhöhlen zu erkennen und einzuordnen – eine hervorragende Möglichkeit der Prävention!!!

In diesem Kapitel konnten wir Ihnen nur einen kleinen Ausschnitt der Gehirn- und Kopf-Diagnostik mittels MRT vorstellen. Betrachten Sie dies als eine beispielhafte Darstellung ausgewählter Erkrankungen, die während des Ganzkörper-MRTs diagnostiziert werden können. Bedenken Sie dabei auch, dass der Großteil der Befunde gar keine oder geringfügige Therapieschritte nach sich zieht.

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