Magnetresonanztomographie

Die Magnetresonanztomographie (MRT), auch Kernspintomographie genannt, zählt zu den etablierten nicht invasiven, bildgebenden Verfahren, die in der medizinischen Diagnostik seit nunmehr 30 Jahren zum Einsatz kommen. Sie gilt als Goldstandard der Bildgebung und ist für die Diagnostik von enormer Wichtigkeit zur hochauflösenden Darstellung insbesondere von Weichgewebsstrukturen, wie den Blutgefäßen, Muskeln, den inneren Organen, dem Gehirn und dem Rückenmark.

Besonders geeignet ist sie, um bereits frühe Stadien von krankhaften Prozessen im Körper zu erkennen (beginnende Entzündungen, Tumorvorstufen, Bandscheibenverformungen etc.). An unseren Standorten Witten, Ennepetal und Lütgendortmund (Dortmund) bieten wir Ihnen unter anderem Ganzkörper-MRTs im Rahmen der Gesundheitsvorsorge an.

Funktionsweise der MRT

Die Kernspin- oder Magnetresonanztomographie wurde Anfang der 80er-Jahre entwickelt. Sie beruht auf dem Einsatz eines starken Magnetfeldes, das 30.000-mal so stark ist wie das natürliche Magnetfeld der Erde, sowie der Nutzung von Radiowellen. Die Kerne der Wasserstoffatome, die im gesamten menschlichen Körper verteilt sind, verhalten sich wie eine Spindel, die um sich selbst rotiert und in einem bestimmten Winkel steht. Durch Anlegen des Magnetfeldes richten sich die Wasserstoffkerne parallel zum Magnetfeld aus. Durch Radiowellenimpulse wird die Magnetisierung der Wasserstoffatome kurzzeitig geändert. Nachdem der Radioimpuls beendet ist, gibt das Atom die Energie als elektrisches Signal wieder ab, wobei dieses je nach Gewebe und seinem Zustand unterschiedlich ist. Die empfangene Energie wird als Grauwert im MRT-Bild dargestellt. Zur Verstärkung dieser Signale wird dem Patienten bereichsweise eine sogenannte Empfangsspule auf den Körper gelegt, während er sich im MRT befindet.

Mittels moderner Computertechnik werden die Konzentration der elektrischen Signale und die Veränderung des Winkels berechnet. Daraus lassen sich die Art des Gewebes ableiten sowie krankhafte Veränderungen bestimmen. Die Informationen werden in einem 3D-Bild dargestellt. Dieses ermöglicht es uns, mit höchster Präzision, organische Strukturen und ihre krankhaften Veränderungen zu analysieren und die gewonnenen Daten in die Diagnostik einfließen zu lassen.

Aufgrund des starken Magnetfeldes dürfen unsere Patienten weder am noch im Körper metallische Gegenstände haben (siehe auch Kontraindikation).

Offenes MRT

1988 wurde erstmals ein offener Magnetresonanztomograph in der medizinischen Diagnostik eingesetzt. Zum einen eignet er sich hervorragend für Patienten, die unter einer besonders starken Platzangst leiden oder des Platzes im offenen MRT bedürfen und deshalb nicht im geschlossenen MRT untersucht werden können, zum anderen kann das offene MRT als begleitendes bildgebendes Verfahren bei Operationen dienen.

Einsatz von Kontrastmitteln

Kontrastmittel werden bei Bedarf während der MRT-Untersuchung zusätzlich verwendet, da sie dazu beitragen, schwer unterscheidbare Strukturen der Körpergewebe besser voneinander abgrenzen zu können.

Es handelt sich dabei um klare, geruchslose, paramagnetische Flüssigkeiten, die sich in ihrer chemischen Zusammensetzung von jenen unterscheiden, die im Zuge einer Röntgenuntersuchung eingesetzt werden.

Das Mittel wird in eine Körpervene injiziert und vermischt sich nach und nach mit dem Blut. Es zirkuliert in der Blutbahn durch den ganzen Körper. Einige Patienten nehmen einen leichten Wärmeeffekt wahr, da das Kontrastmittel Sinneszellen in den Venenwänden anregt.

Sehr gut geeignet sind Kontrastmittel zur Darstellung von Blutgefäßen, Entzündungsprozessen oder einzelnen Tumorstadien.

Diese Mittel werden in der Regel sehr gut vertragen. Allerdings können sie Nebenwirkungen haben, die wir unseren Patienten in einem Aufklärungsgespräch erläutern. Darüber hinaus gibt es geeignetes Informationsmaterial über Kontrastmittel. Bei Bedarf werden die Nierenwerte des Patienten bestimmt, bevor das Mittel zum Einsatz kommt, damit die optimale Ausscheidung aus dem Körper sicher gewährleistet ist.

Das gesunde Gehirn und das Rückenmark nehmen normalerweise kein Kontrastmittel auf. Befinden sich jedoch krankhafte Veränderungen in diesen Bereichen, können diese mit Kontrastmitteln sehr gut sichtbar gemacht werden, wie zum Beispiel das Anfangsstadium eines gut- oder bösartigen Hirntumors. Der Nachweis und das Ausmaß einer Kontrastmittelaufnahme eines Tumors können Hinweise auf die Tumorart bieten.

Kontraindikation (Gegenanzeige)

Aufgrund des starken Magnetfeldes können Patienten mit Herzschrittmachern nicht untersucht werden. Darüber hinaus stellen andere elektronische Geräte im Körper oder Metallfremdkörper, wie zum Beispiel OP-Schrauben, eine Gegenanzeige dar. Großflächige Tattoos, Permanent-Make-up oder fester Körperschmuck können ebenfalls als Ausschlusskriterien gewertet werden.

Damit die Bilder nicht verwackeln, muss der Patient während der Untersuchung (Ganzkörper-MRT in 50 Minuten) ruhig liegen. Bei unruhigen Patienten sind sinnvolle Bilder wegen der Störung durch Bewegung oft nicht zu erzeugen.

Bei Frauen in der Frühschwangerschaft wird aus Sicherheitsgründen von einer MRT abgeraten.

Vorteile gegenüber der Computertomographie (CT)

Das MRT gilt im Vergleich zur Computertomographie (CT), einer Weiterentwicklung der radiologischen Bildgebung, die auf dem Einsatz von Röntgenstrahlen beruht, als risikoärmer für die Patienten. Abgesehen von Patienten, die aufgrund von Kontraindikationen (siehe oben) nicht mittels MRT untersucht werden können, steht dieses Verfahren allen Patienten offen.

Des Weiteren wird dem MRT der Vorrang gegenüber dem CT eingeräumt, da es eine deutlich bessere Erkennbarkeit unterschiedlicher Weichteilqualitäten liefert. Tumore können sehr genau lokalisiert werden, wodurch eine millimetergenaue Bestrahlung des Tumorgewebes möglich ist. Auch der Einsatz von Thermosonden zur Zerstörung von Tumoren ist mit der MRT-Bildgebung umsetzbar.

Darüber hinaus bieten moderne MRT-Techniken, wie die Diffusions- oder Perfusionsbildgebung, MR-Angiographie oder fettunterdrückte Sequenzen*, in zahlreichen Fällen eine weitere Differenzierung der Krankheitsprozesse. (* Diffusion von Wassermolekülen innerhalb eines Gewebes im Mikrometerbereich messbar, Perfusionsbildgebung gibt zum Beispiel Aufschluss über die Blutversorgung der Gewebe und Durchlässigkeit von Gefäßwänden). Eine MRT-Angiographie stellt die Blutgefäße isoliert dar. Fettunterdrückte Sequenzen ermöglichen es, die Signale des Fettgewebes auszublenden und sich aufgrund dessen besser auf die restlichen Strukturen konzentrieren zu können.

Kosten

Die Kosten für eine Ganzkörper-Magnetresonanztomographie in der Gesundheitsvorsorge werden in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Bei den privaten Krankenkassen hingegen ist, abhängig vom jeweiligen Vertrag, die Erstattung der Kosten möglich.

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