Gezielte MRT der Gelenke

Erkrankungen der Gelenke können zu schmerzhaften Bewegungseinschränkungen führen, welche die Lebensqualität der Betroffenen deutlich einschränken. Eine frühzeitige und aussagekräftige Diagnostik ist notwendig, um eventuell auch schon Vorstufen der Gelenkerkrankungen zu erkennen und effektiv therapieren zu können.

Im Rahmen der Ganzkörper-Magnetresonanztomographie werden gezielt Aufnahmen der Gelenke durchgeführt und ausgewertet. Die MRT gewährt uns sowohl einen genauen Einblick in die knöchernen Anteile der Gelenke als auch in den Bandapparat, den Gelenkknorpel sowie die angrenzende Muskulatur.

Nachfolgend geben wir Ihnen einen exemplarischen Überblick über mögliche anatomische Auffälligkeiten beziehungsweise Erkrankungen in diesem Bereich.

Arthrose / Arthritis

Die Arthrose ist eine verschleißbedingte, chronisch-degenerative Gelenkerkrankung, die mit zunehmendem Schweregrad zu Bewegungseinschränkungen und Schmerzen in den Gelenken führen kann. Dabei sind nicht nur ältere Menschen davon betroffen, auch jüngere können bedingt durch eine Überlastung der Gelenke oder eine Sportverletzung eine Arthrose entwickeln.

In ihrem Verlauf baut sich zunächst nach und nach der Gelenkknorpel ab.  Ferner verdichtet sich der Knochen unterhalb des Knorpels, zeigt Formanomalien, Knochenzysten oder begleitende Entzündungen.

Die MRT stellt bereits Frühstadien der Gelenkspaltverschmälerung, der Knochenverdickung, der Knochenausläufer und -zysten dar. Eine Fehlstellung der beteiligten Knochen kann ebenfalls mit Hilfe der MRT detektiert werden.

Des Weiteren ist es uns möglich, frühe Stadien der Arthritis abzubilden. Hierbei handelt es sich um eine entzündlich verlaufende Gelenkerkrankung, bei der die Gelenke anschwellen, sich erwärmen und schmerzen.

Die Ursachen für eine Arthritis sind auf verschiedene Basiserkrankungen zurückzuführen, beispielsweise können rheumatische Krankheitsverläufe eine Gelenkentzündung hervorrufen.

Erste Anzeichen der Entzündungen lassen sich sehr gut darstellen, wodurch eine frühzeitige und effektive Therapie ermöglicht wird.

Knorpelschäden / Meniskus / Bandscheiben

Knorpelschäden der Gelenke lassen sich durch Röntgenaufnahmen nur ungenügend darstellen. Besser geeignet ist hierfür die MRT-Diagnostik, die bereits kleinste Schäden nachweisen kann. Neben Knorpelschäden lassen sich auch krankhafte Veränderungen des Meniskus (Bsp.: Innen- und Außenmeniskus des Knies) abbilden.

Ein Meniskusriss im Knie zählt zu den Standardindikationen für die MRT-Untersuchung. Menisken sind Knorpelscheiben, welche als Stoßdämpfer in den Gelenken fungieren. Werden Schäden dieser Strukturen nicht erkannt, kann es infolge dessen zur Arthrose kommen.

Bereits kleinste Strukturveränderungen des Gelenkknorpels beziehungsweise der Menisken können im MRT dargestellt werden und im Bedarfsfall durch eine schnelle und effiziente Therapie behoben werden.

Auf die MRT-Diagnostik der Bandscheiben sind wir bereits in Kapitel MRT des Beckens besonders eingegangen.

Veränderungen am Knochen

Wir können mit dem MRT insbesondere die typischen Merkmale der Osteochondrosis dissecans erkennen – eine Erkrankung des gelenknahen Knochen-Knorpel-Gewebes unklaren Ursprungs. Ausgelöst wird diese Erkrankung in einigen bewegungsbedingten Fällen durch Verletzungen des Gelenks. Begleitend können Gelenkschmerzen und -ergüsse auftreten. Die MRT-Bildgebung unterstützt die Beurteilung des begleitenden Gelenkergusses, der knöchernen, minder durchbluteten Areale und des Gelenkknorpels. Dank der MRT können verschiedene Stadien dieser Knochen-Knorpel-Erkrankung voneinander unterschieden werden.

Des Weiteren gelingt es neben dem Nachweis kleinster Knochenbrüche, Knocheninfarkte mit dem MRT darzustellen, die auf einer ungenügenden Durchblutung des Knochengewebes basieren. Der Zustand der beteiligten Blutgefäße kann durch Gabe eines Kontrastmittels signalreicher hervorgehoben werden. Diese Infarkte können beispielsweise durch verengte Gefäße hervorgerufen werden.

Häufig verlaufen Knocheninfarkte ohne jegliche Symptome, spielen jedoch eine Rolle bei Patienten, die regelmäßig Cortison-Präparate einnehmen müssen, denn bei ihnen finden sich die minder durchbluteten Knochenareale gehäuft.

Tumore

Gut- oder bösartige Tumore der Weich- und Hartgewebe der Gelenke lassen sich mit der MRT-Bildgebung darstellen. Hinsichtlich struktureller Veränderungen der Gelenke durch bösartige Tumore kann es sich auch um Tochtergeschwulste primärer Tumore handeln, die das Gelenk besiedelt haben.

Die MRT eignet sich in diesen Fällen besonders gut, die Tumorausdehnung auf die beteiligten und benachbarten Weichgewebe des Gelenks und seiner angrenzenden Strukturen darzustellen.

Wie gut der Tumor zu erkennen ist, hängt schlussendlich davon ab, wie kontrastreich er sich gegenüber dem Gewebe abhebt.

Entzündungen

In den letzten Jahren hat sich die MRT als diagnostisches Verfahren zur Beurteilung von Frühstadien der Gelenkentzündungen etabliert (siehe Arthritis).

Sowohl entzündungsbedingte Knochenveränderungen als auch Entzündungsprozesse der beteiligten Gelenkstrukturen wie Sehnen und Bänder können mit Hilfe der MRT früh erkannt werden.

Die MRT-Bildgebung zu dieser Fragestellung wird häufig unter Einsatz von paramagnetischen Kontrastmitteln durchgeführt.

Eine frühe Diagnose einer rheumatischen Gelenkerkrankung wirkt sich positiv auf den Krankheitsverlauf aus. Die medikamentöse Therapie kann derart angepasst werden, dass das Fortschreiten der rheumatischen Entzündungsprozesse im Gelenk eingedämmt werden kann.

Bänder

Die Bildgebung der MRT ermöglicht es uns, nicht nur den Knochen- und Knorpelanteil der Gelenke zu beurteilen, sondern auch den Zustand der haltgebenden Komponenten (Bänder und Sehnen) zu begutachten.

Ein Bänderriss am Gelenk kann mit der MRT eindeutig sichtbar gemacht werden (zum Beispiel Kreuzbandriss des Knies, Bänderriss im Sprunggelenk des Fußes).

Gelenkerguss

Ein Gelenkerguss ist eine Flüssigkeitsansammlung im Gelenk bedingt durch eine übermäßige Flüssigkeitsproduktion der Gelenkschleimhaut. Der Erguss ist als Symptom zu werten und kann durch verschiedenste Erkrankungen und Verletzungen der Gelenke hervorgerufen werden.

Mit Hilfe der MRT können wir nicht nur die Flüssigkeitsansammlung im Gelenk nachweisen, sondern oftmals auch die Ursachen (zum Beispiel eine Verletzung) darstellen.

Bereits kleinste Gelenkergüsse lassen sich abbilden und gegebenenfalls schnellstmöglich therapieren.

Gelenkkapsel

Jedes unserer Gelenke ist von einer stabilisierenden Gelenkkapsel umgeben, die durch falsche Belastungen, harte Stöße oder Stürze reißen kann. Sportler erleiden häufig Kapselrisse der Finger, Zehen, Knie oder Füße.

Darüber hinaus können strukturelle Veränderungen, die von Tumoren der Gelenkkapsel ausgehen, nachgewiesen werden (Beispiel: Synoviales Chondrom – gutartiger Knorpeltumor, Synovia = Gelenkflüssigkeit). Erste Stadien des Tumors lassen sich mit der MRT detektieren.

Muskulatur

Nicht immer resultieren Schmerzen im Gelenk aus Erkrankungen der Gelenkstrukturen. Oftmals ist auch die umgebende Muskulatur Ursache für Schmerzzustände.

Die MRT ist hervorragend zur Darstellung der Weichteile (Muskulatur) geeignet, da sie eine sehr gute Gewebecharakterisierung ermöglicht, wie zum Beispiel kleinere, gelenknahe Einblutungen der an die Gelenke angrenzenden Muskeln schon früh erkennen lässt.

Überlastungsbedingte Reizzustände

Die Schnittbilddiagnostik der MRT ist besonders geeignet, Veränderungen der Weichgewebsanteile der Gelenke hoch differenziert darzustellen.

Überlastungsbedingte Reizzustände der Gelenke, insbesondere der Sehnen, Sehnenscheiden, der Bänder und Muskeln, spiegeln sich im MRT als nicht-entzündliche, degenerative Erkrankung wider. Schmerzen, Schwellungen und Funktionseinschränkungen der Gelenke sind die Folge. Aufgrund von Bänder- oder Muskelfaserrissen entsteht zudem ein Stabilitätsverlust der Gelenke.

Als Beispiel sei hier die Tendopathie der Patellasehne (Patella = Kniescheibe) genannt – eine degenerative Erkrankung der Sehne und Sehnenansätze, die zu Schmerzzuständen und Bewegungseinschränkungen führt. Die MRT weist diesbezüglich den Verknöcherungszustand der Sehnenansätze nach und bildet Kalkablagerungen im Verlauf der Patellasehne ab.

Auch dieses Kapitel gibt lediglich einen kleinen Einblick in die Möglichkeiten der MRT zur Diagnostik der Gelenkerkrankungen. Für mehr Details stehen wir Ihnen im Institut für Präventive Medizin gerne Rede und Antwort.

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